Von Lelystad zum Marktführer: die Geschichte von Alles voor Padel
Lelystad ist Standort großer internationaler Logistikunternehmen, bietet aber ebenso Raum für ambitionierte Unternehmer, die aus einer guten Idee ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen möchten. Alles voor Padel ist dafür ein gutes Beispiel. Was mit dem Bau einiger weniger Padel-Courts begann, entwickelte sich unter der Leitung von Floris Siderius zum niederländischen Marktführer. Von Lelystad aus realisiert das Unternehmen mittlerweile Hunderte Projekte im In- und Ausland.
Für Floris hat der Standort noch immer eine besondere Bedeutung. Sein modernes Firmengebäude an der Dwarsvaartweg steht an einem Ort, an dem er früher jeden Tag mit dem Fahrrad vorbeifuhr. „Dass heute hier mein eigenes
Unternehmen steht, darauf bin ich noch jeden Tag stolz.“ Unternehmertum spielte schon früh eine wichtige Rolle in seinem Leben. Floris wuchs in einer echten Unternehmerfamilie auf. Sein Vater führte ein Straßenbauunternehmen in Lelystad, in dem Floris selbst 18 Jahre lang tätig war. Vom Einsatz auf der Baustelle bis hin zur Geschäftsleitung durchlief er alle Bereiche. „Ich weiß, wie es auf der Baustelle läuft, aber auch, was es bedeutet, ein Unternehmen zu führen.“
Dennoch ließ ihn der Wunsch nach einem eigenen Unternehmen nicht los. „Früher legten wir bereits Gärten an und führten nebenbei Erdarbeiten aus. Eigentlich wusste ich schon ziemlich früh, dass ich mich irgendwann selbstständig machen wollte.“ Schließlich entschied sich Floris, diesen Schritt tatsächlich zu wagen. Eine
Chance im Tennisverein
Dass Padel einmal die Grundlage seines Unternehmens bilden würde, war keineswegs geplant. Beim Tennisverein in Lelystad, den das Familienunternehmen als Sponsor unterstützte, stellte sich die Frage, wie zwei neue Padel-Courts realisiert werden könnten. „Der Verein hatte Courts in Spanien gekauft, suchte aber jemanden, der sich um das Fundament, den Sportboden und den Aufbau kümmern konnte. Da haben wir angefangen mitzudenken.“
Bei diesem ersten Projekt entstand auch die Zusammenarbeit zwischen Floris und seinem Geschäftspartner Joost Sweep. Gleichzeitig fiel Floris etwas anderes auf: Die Qualität der damals verfügbaren Padel-Courts konnte seiner Meinung nach besser sein. „Ich fand das Produkt eigentlich nicht gut genug. Also machte ich mich selbst auf die Suche nach einem Lieferanten.“
Diese Suche führte ihn schließlich nach Barcelona, wo er einen Hersteller fand, der Courts entwickelte, die besser für das nordeuropäische Klima geeignet waren.
2015 wurde Padelbouw gegründet, später wurde das Unternehmen in Alles voor Padel umbenannt. „Wir machten längst viel mehr als nur Courts zu bauen. Deshalb passte der Name nicht mehr. Wir wollten eine Marke mit einer eigenen Identität.“
Von zehn Courts zu mehr als siebenhundert
In den ersten Jahren entwickelte sich das Unternehmen langsam. Pro Jahr wurden etwa zehn bis zwölf Courts gebaut. Dann kam die Corona-Pandemie. „Von diesem Moment an ist der Sport regelrecht explodiert. Niederländische Prominente begannen Padel zu spielen, die Sportart war im Fernsehen zu sehen und immer mehr Menschen entdeckten, wie schnell man das Spiel lernen kann.“
Die Nachfrage stieg rasant. Mittlerweile hat Alles voor Padel mehr als 700 Padel-Courts in den Niederlanden realisiert und sich zum Marktführer entwickelt. Laut Floris ist das kein Zufall. „Wir sind eigentlich das einzige Unternehmen, das wirklich das komplette Paket anbietet. Wir bauen mit unseren eigenen niederländischen Teams, erstellen die Fundamente selbst, bauen die Courts auf, übernehmen die Wartung und bleiben auch nach der Fertigstellung der feste Ansprechpartner.“
Trotz dieses landesweiten Wachstums ist Alles voor Padel immer fest in Lelystad verwurzelt geblieben. Die zentrale Lage spielt dabei eine wichtige Rolle. „Von hier aus können wir rund 80 Prozent unserer Projekte am selben Tag erreichen und wieder zurückfahren“, erklärt Floris. Damit ist Lelystad ein praktischer Ausgangspunkt für Projekte in den gesamten Niederlanden.
Floris ist außerdem stolz auf das Team, das in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Unternehmen gewachsen ist. Ein großer Teil der Mitarbeiter kommt aus Lelystad. Auch mehrere junge Menschen aus der Stadt erhielten bei Alles voor Padel die Chance, den Beruf zu erlernen. „Wir haben hier junge Leute ausgebildet, die inzwischen selbstständig auf unseren Projekten arbeiten.“
Mehr als nur ein Padel-Court
Mittlerweile geht das Angebot des Unternehmens weit über den Bau von Courts hinaus. Wartung, Reparaturen, Schlägervermietung, Verkaufsautomaten, Tribünen, digitale Anzeigetafeln und alle benötigten Materialien werden von Lelystad aus organisiert. „Daher auch unser Name: Alles voor Padel.“
Auch bei der Zusammenarbeit sucht das Unternehmen bevorzugt Partner in der Nähe. Für Materialien und Dienstleistungen arbeitet Alles voor Padel nach Möglichkeit mit Unternehmen aus Lelystad und Flevoland zusammen. „Wir schätzen kurze Kommunikationswege und möchten schnell handeln können.“
Gleichzeitig blickt das Unternehmen weiter in die Zukunft. Dabei geht es nicht mehr nur um die Courts selbst, sondern zunehmend um komplette Padel-Clubs. „Mittlerweile wissen wir, wie der ideale Padel-Standort aussieht. Gute Akustik, ein angenehmes Raumklima, eine intelligente Anordnung der Courts, Gastronomie, Besprechungsräume und Flächen für Firmenevents. Dieses Gesamtbild wird immer wichtiger.“
Padel als Teil des Arbeitsplatzes
Während Padel-Courts lange Zeit hauptsächlich bei Tennisvereinen zu finden waren, beobachtet Floris inzwischen eine neue Entwicklung. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich dafür, einen Padel-Court in ein neues Firmengebäude oder auf ihr Betriebsgelände zu integrieren. Seiner Meinung nach wird sich dieser Trend weiter fortsetzen.
„Wir sehen immer häufiger, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter dazu motivieren möchten, sich mehr zu bewegen. Manchmal bauen wir einen Court im Außenbereich des Firmengeländes, aber wir haben auch komplette Neubauprojekte realisiert, bei denen der Padel-Court buchstäblich Teil des Bürogebäudes ist.“
Bei einem Verpackungsunternehmen wurde der Court sogar bereits in der Entwurfsphase berücksichtigt. „Er wurde direkt neben der Kantine geplant, sodass die Mitarbeiter in der Mittagspause oder nach der Arbeit spielen können und man gleichzeitig von der Kantine aus auf den Court blickt.“
Laut Floris bringt das weit mehr als nur eine Sportmöglichkeit. „Gesunde Mitarbeiter, Entspannung und vor allem Freude bei der Arbeit. Menschen, die gerne arbeiten, leisten oft auch mehr.“
Deshalb empfiehlt Floris Unternehmen, Padel bereits frühzeitig in den Planungsprozess einzubeziehen. „Wenn wir von Anfang an mit am Tisch sitzen, können wir den Court direkt sinnvoll in das Gebäude integrieren. Das spart letztendlich auch Kosten.“
Immer weiter innovieren
Obwohl der niederländische Markt inzwischen reifer geworden ist, sieht Floris weiterhin zahlreiche Chancen. Deutschland steht seiner Einschätzung nach am Anfang einer ähnlichen Entwicklung, wie sie die Niederlande während der Corona-Pandemie erlebt haben. Alles voor Padel verfügt mittlerweile über einen eigenen Projektleiter und Vertriebsmitarbeiter in Deutschland. Gleichzeitig werden lokale Teams nach derselben Arbeitsweise geschult, die auch in Lelystad angewendet wird.
Die Basis des Unternehmens bleibt jedoch unverändert. „Mein Vater hat mir immer beigebracht, dass man seine Vereinbarungen einhalten muss. Wenn es ein Problem gibt, muss man es sofort lösen.“ Diese Haltung bildet bis heute den Kern seines Unternehmertums. „Und ich glaube auch: Wer nicht teilen kann, kann auch nicht multiplizieren.“
Mit dieser Einstellung hat Floris von Lelystad aus ein Unternehmen aufgebaut, das inzwischen landesweit Marktführer ist. Und wenn es nach ihm geht, ist das erst der Anfang.
Sein größter Traum? „An einzigartigen Orten auf der Welt exklusive Padel-Clubs bauen. Ob das realistisch ist, weiß ich nicht, aber träumen darf man immer.“





